Rig, Schiene, Steadycam oder doch Gimbal?

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Es gibt auf dem Markt viele technische Hilfsmittel, mit den man Kamerabewegungen gleichmäßiger und ruhiger gestalten kann. Eine Handkamera hat ja immer der Nachteil, wenn man geht, dass sie unruhig, nicht ausgeglichen wirkt und man die Schritte „sieht“. Dabei ist es egal, ob man sich nach vorne, nach hinten oder seitlich bewegt. Bei ebenem Untergrund, also z.B. asphaltiertem Weg oder zu Hause auf Laminatboden kann man noch andere Hilfsmittel einsetzen, beim Gehen oder Laufen mit der Kamera auf einem unruhigen Hintergrund gibt es jedoch im Moment diese vier in der Überschrift beschriebenen Möglichkeiten.

Ein Rig beruhigt eine Aufnahme etwas, man bleibt trotzdem beweglich. Ein Anfang tut es ein einfacher günstiger Rig, da man erst selber feststellen muss, ob das einem wirklich behagt und ob es einem was bringt. Ich habe auch eins, aber ich komme damit wenig zurecht, verwende es entsprechend selten. Ein Rig ist sehr hilfreich, wenn man zusätzliche Geräte an die Kamera anschließen will und trotzdem beweglich bleiben will. Dazu gehört ein externer Monitor oder Aufnahmegerät, ein externes Mikrofon, eine Follow-Focus Einrichtung usw.

Eine Schiene ist dann gut, wenn man Landschaftaufnahmen oder sonst etwas unbewegtes kreativer darstellen will. Schließlich ist ja Film Bewegung und nichts ist langweiliger als statische Aufnahmen von statischen Dingen. Wenn man in der Aufnahme geschickt Vorder- und Hintergrund kombiniert, ergeben sich oft interessante Perspektiven. Je länger natürlich die Schiene, desto teuer und komplexer der Aufbau. Ich würde persönlich bei 80 cm anfangen, das genügt erst einmal zum Lernen und passt auf ein Stativ. Ein Motor ist am Anfang ebenfalls nicht notwendig, wird es bei sehr langsamer Bewegung (Timelapse) natürlich interessant.

Eine Steadycam bringt nur dann was, wenn man die Kamera richtig ausbalanciert hat und wenn anschließend die führende Hand so kräftig ist, dass man das auch über eine längere Aufnahme aushält. Das ausbalancieren hat mich aber am Anfang auch Stunden gekostet und das wiederholte sich bei jedem Objektivwechsel. Wenn man dann mit der Steadycam geht, ist es am wichtigsten, dass Hände und Füße so gut wie möglich entkoppelt sind. Die Steadycam hilft natürlich hier sehr stark dabei. Ohne Steadycam, Kamera nur in der Hand und gehen, da merkt man dann in der Aufnahme deutlich die Schritte, wodurch eine Auf- und Abwärtsbewegung entsteht. Mit der Steadycam gleitet die Kamera schöner und gleichmäßiger.

Dem Gimbal gehört sicher die Zukunft. Allerdings sind mir 1000 Euro oder mehr im Moment dafür einfach zu viel, dafür brauche ich das zu selten. Unter 1000 bekommt man heute, so glaube ich, noch nichts richtig Gutes, aber das sieht in 5 Jahren sicher anders aus. Ein Gimbal gleicht im Vergleich zu der Steadycam die Bewegung nicht mechanisch, sondern elektronisch durch Motoren aus. Ein Gimbal ist meistens auch leichter als eine Steadycam, schließlich braucht man keine Ausgleichsgewichte.

Günstige Alternativen sind, wenn geeignet für die Aufnahme: Skateboard, Einkaufswagen, Rollator oder auch ein Rollstuhl. Ebenfalls ein Cabrio, aber das habe ich auch nicht. Ein Kumpel hat mal Fahrer gespielt, als wir mal einen Triathlon Film gemacht haben, war damals super für Laufen und Radfahren. Funktioniert aber nur gut auf ebenen gut asphaltierten Straßen. Falls man ein Motorrad (und Fahrer) hat, geht das natürlich auch, allerdings müssen Motorradfahrer und auch Kameramann viel lernen und probieren, bevor das einmal richtig klappt.

Weitere günstige Alternativen sind natürlich Eigenbauten. Wenn ein Kameramann darin begabt ist, kann er sich viel Geld sparen, die meisten Einzelteile für ein Rig, Steadycam oder Schiene sind günstig in Baumärkten zu bekommen.

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich die elektronische Stabilisierung in der Nachbearbeitung. Das können manche Programme schon ganz gut, man muss aber immer beachten, dass man ein Teil des Bildes verliert, weil die Stabilisierung etwas hineinzoomen muss, sonst bekommt man schwarze Ränder.

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